Research-Studie


Original-Research: Wüstenrot & Württembergische AG - von Montega AG

Einstufung von Montega AG zu Wüstenrot & Württembergische AG

Unternehmen: Wüstenrot & Württembergische AG
ISIN: DE0008051004

Anlass der Studie: Update
Empfehlung: Kaufen
seit: 27.11.2020
Kursziel: 21,00
Kursziel auf Sicht von: 12 Monaten
Letzte Ratingänderung: -
Analyst: Sebastian Weidhüner

Operative Erholung im dritten Quartal – Ausblick leicht verbessert

Die W&W AG hat jüngst Zahlen zum Q3 2020 berichtet. Nach einem insbesondere
im Finanzergebnis belasteten Q1 zeigt sich das operative Geschäft weiterhin
stabil und verzeichnet vor allem in der Baufinanzierung und der
Sachversicherung attraktive Wachstumsraten. Es wird nun mit einem
Konzernüberschuss über dem Ergebnis nach 9M, aber weiter unter dem
Mittelfristziel (220-250 Mio. Euro) gerechnet. Damit konkretisierte der
Vorstand seine Guidance für 2020 und gibt einen leicht verbesserten
Ausblick.

[Tabelle]

Im dritten Quartal stieg der Konzernüberschuss vor allem aufgrund einer
Stabilisierung der Finanzmärkte sowie der weiterhin niedrigen Combined
Ratio in der Sachversicherung auf 63,4 Mio. Euro (+43,4% yoy). Im gesamten
Neunmonatszeitraum lag er, im Wesentlichen bedingt durch ein im Zuge von
Covid-19 besonders belastetes Finanzergebnis im ersten Quartal, mit 170,4
Mio. Euro weiterhin unter Vorjahresniveau (-22,5% yoy), jedoch in
Schlagdistanz zu unserer Gesamtjahresprognose (MONe: 201,7 Mio. Euro).
Kontinuierlich sinkende Verwaltungsaufwendungen (Q3/20: -9,5% yoy)
verdeutlichen u.E. das Potenzial weiterer Profitabilitätssteigerungen. Den
perspektivisch steigenden Ausfallrisiken hat W&W durch erhöhte
Risikovorsorgen (Ergebnis aus Risikovorsorge: -51,4 Mio. Euro nach 9M/20
vs. -3,4 Mio. Euro nach 9M/19) u.E. ausreichend Rechnung getragen.

Das Segment Wohnen verzeichnete eine divergierende Entwicklung. Während
sich das Baufinanzierungsgeschäft mit einem Zuwachs von 34,4% yoy in Q3
bzw. 5,6% yoy nach 9M krisenresistent zeigt, verstärkte sich im dritten
Quartal der Rückgang im Netto- Bauspargeschäft (-10,2% yoy in Q3 vs. -5,4%
yoy nach 9M) aufgrund eingeschränkter Vertriebsaktivitäten. Dennoch führte
ein laut W&W überproportionaler Marktrückgang zu einem erhöhten
Marktanteil. Das 9M-Segmentergebnis stieg auf 44,6 Mio. Euro (+36,8% yoy).
Von einem Anfang Oktober eingeführten neuen Bauspartarif erwartet die
Bausparkasse zudem Rückenwind für die weitere Geschäftsentwicklung.

Das Geschäft in der Personenversicherung zeigte sich auf Basis des bereits
sehr starken Vorjahreswerts relativ stabil. Das Neugeschäft nahm in Q3 auf
159,3 Mio. Euro (-6,7% yoy) ab, insbesondere weil die Einmalbeiträge der
Lebensversicherungen (83,7% Beitragsanteil) um 7,0% yoy sanken. Infolge
eines u.a. stark gesunkenen Bewertungsergebnisses war das Segmentergebnis
in Q3 um 37,5% yoy auf 11,5 Mio. Euro rückläufig, wodurch sich der Anteil
am Quartalsüberschuss auf 18,1% (vs. 41,6% in Q3/19) verringerte. Dies
resultiert aus einer bewussten Einsteuerung des HGB-Ergebnisses und den
damit verbundenen Erfordernissen der Mindestzuführungsverordnung.

Den größten Beitrag zum Periodenüberschuss leistete im dritten Quartal
erneut die Sachversicherung (44,7 Mio. Euro; 70,5% Anteil). Der bisherige
Jahresverlauf ist von der weiterhin sehr geringen Combined Ratio (netto:
85,1%; -530 BP yoy) sowie einer robusten Entwicklung des Neugeschäfts
(+0,8% yoy auf 220,4 Mio. Euro) geprägt. Das Segmentergebnis erscheint
unter Berücksichtigung der bereits vorgenommenen Rückstellungen für
Kulanzleistungen im Rahmen der Diskussion rund um Corona-bedingte
Betriebsschließungsversicherungen in Höhe von 35 Mio. Euro vor Steuern umso
beachtlicher.

Die sonstigen Segmente verzeichneten nach 9M/20 einen erheblichen
Ergebnisrückgang auf -0,6 Mio. Euro (vs. 40,6 Mio. Euro nach 9M/19), was
v.a. auf dem Verkauf der tschechischen Tochtergesellschaften und dem
Corona-bedingt gesunkenen Bewertungsergebnis beruht.

Fazit: Der Konzernüberschuss konnte in Q3 zwar deutlich erhöht werden,
dürfte im Gesamtjahr erwartungsgemäß jedoch unterhalb des mittelfristigen
Zielkorridors von 220 bis 250 Mio. Euro liegen. Mit Blick auf die weitere
Unternehmensentwicklung sollten das konsequente Kostenmanagement sowie der
Ausbau des digitalen Produktangebots weiter Früchte tragen. Fundamental ist
die Aktie u.E. nach wie vor attraktiv bewertet (KGV 2020e: 7,8x). Wir
bestätigen daher unser Rating ,,Kaufen“ und das Kursziel von 21,00 Euro.



+++ Diese Meldung ist keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Abschluss
bestimmter Börsengeschäfte. Bitte lesen Sie unseren RISIKOHINWEIS /
HAFTUNGSAUSSCHLUSS unter http://www.montega.de +++

Über Montega:

Die Montega AG ist eines der führenden bankenunabhängigen Researchhäuser
mit klarem Fokus auf den deutschen Mittelstand. Das Coverage-Universum
umfasst Titel aus dem MDAX, TecDAX, SDAX sowie ausgewählte Nebenwerte und
wird durch erfolgreiches Stock-Picking stetig erweitert. Montega versteht
sich als ausgelagerter Researchanbieter für institutionelle Investoren und
fokussiert sich auf die Erstellung von Research-Publikationen sowie die
Veranstaltung von Roadshows, Fieldtrips und Konferenzen. Zu den Kunden
zählen langfristig orientierte Value-Investoren, Vermögensverwalter und
Family Offices primär aus Deutschland, der Schweiz und Luxemburg. Die
Analysten von Montega zeichnen sich dabei durch exzellente Kontakte zum
Top-Management, profunde Marktkenntnisse und langjährige Erfahrung in der
Analyse von deutschen Small- und MidCap-Unternehmen aus.

Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden:
http://www.more-ir.de/d/21884.pdf

Kontakt für Rückfragen
Montega AG - Equity Research
Tel.: +49 (0)40 41111 37-80
Web: www.montega.de
E-Mail: research@montega.de

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